Zur Unterstützung von Antragstellenden gibt es in Deutschland ein auf das 7. FRP spezialisiertes Netzwerk von Nationalen Kontaktstellen der Bundesregierung (NKS), in dem jeder Teilbereich des 7. FRP von einer eigenen NKS betreut wird. Diese Beratungsstellen agieren in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachministerien der Bundesregierung. Und werden auch von diesen finanziert.
Nationale Kontaktstellen gibt es in jedem am Rahmenprogramm teilnehmenden Land; das gesamte Netzwerk dieser National Contact Points (NCPs) wird auch von der Europäischen Kommission unterstützt.
Zentrale Aufgabe der NKS ist die Beratung und Betreuung von Antragstellenden in dem von ihnen betreuten Bereich des Rahmenprogramms. NKS informieren (per Newsletter und eigenen Internetseiten) über die Inhalte ihrer Bereiche und sind in der Lage, die Texte der Europäischen Kommission vor dem Hintergrund ihrer langjährigen Erfahrung zu interpretieren. Sie weisen auf Ausschreibungen und Fristen hin, führen Informationsveranstaltungen durch und können ggf. auch bei der Suche nach Projektpartnern behilflich sein. Eine große Stärke der NKS liegt in der konkreten Beratung von Projektanträgen. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Förderberatung können sie wichtige und oft entscheidende Hinweise zur Optimierung der einzureichenden Texte geben.
Antragstellende können (und sollten) sich aus diesem Grund insbesondere zur gezielten Antragsberatung und -durchsicht an die thematisch zuständige NKS wenden. Am hilfreichsten – sowohl für Antragstellende als auch für die NKS – ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme. Ein erster Kontakt zur NKS kann z. B. für die Einordnung einer Projektidee genutzt werden, eine Antragsskizze bzw. der komplette Antrag dann in weiteren Schritten nachgereicht werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein längerfristiger Austausch zwischen Antragstellenden, NKS und (wo verfügbar) EU-Referenten die sicherste Grundlage für eine erfolgreiche Antragstellung ist.
Neben ihrer Beratungstätigkeit erfüllen die NKS auch Aufgaben für die Ministerien, in deren Auftrag sie tätig sind. So erfolgt durch die NKS beispielsweise eine Aus- und Bewertung der verschiedenen Antragsrunden. Zudem unterstützen sie ihre Fachreferate in den Ministerien auch bei der Vorbereitung und der Durchführung der Rahmenprogramme. Die deutschen NKS profitieren besonders davon, dass sie über die Rolle der Programmkoordination, die es für jeden Bereich des Forschungsrahmenprogramms gibt, auch in den Programmausschüssen ihres thematischen Bereichs mitarbeiten. Diese programmbegleitenden Gremien bestehen aus Vertreter/innen aller Mitgliedstaaten und unterstützen und beraten die Europäische Kommission bei der Durchführung der einzelnen Programmteile eines Rahmenprogramms. In den Ausschüssen wird die Ausgestaltung der Arbeitsprogramme und der einzelnen Ausschreibungen besprochen und es werden auch die Informationen zu den Ergebnissen der Ausschreibungsrunden vorgelegt. Die besprochenen Inhalte müssen von den Mitgliedern des Ausschusses zwar vertraulich behandelt werden, es lassen sich jedoch wichtige Informationen für die Beratung und Betreuung von Antragstellenden ableiten. Durch die Mitarbeit in den Programmausschüssen wird von den Mitgliedstaaten auch eine Kontrollfunktion wahrgenommen und es ergibt sich zudem die Möglichkeit zu einem Austausch mit den Kolleg/innen der Europäischen Kommission sowie den Vertreter/innen der anderen Mitgliedstaaten.
Die Nationalen Kontaktstellen sind in Deutschland in der Regel bei sogenannten Projektträgern angesiedelt, die wiederum organisatorisch Teil von Großforschungseinrichtungen (wie dem Forschungszentrum Jülich oder dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt) sind. Die Bundesregierung hat die Abwicklung ihrer Projektförderung an dieses Netzwerk der Projektträger ausgelagert und durch die Ansiedlung der NKS in den gleichen Strukturen werden Synergieeffekte zwischen nationaler und europäischer Förderberatung erzielt.
Weitere Informationen: http://www.forschungsrahmenprogramm.de/nks.htm
Internationale NKS: http://cordis.europa.eu/fp7/ncp_en.html
|
Das EU-Büro des BMBF Eine Besonderheit im Netzwerk der Nationalen Kontaktstellen ist das EU-Büro des BMBF für das Forschungsrahmenprogramm (EUB). In ihm wurden eine Reihe verschiedener NKS zusammengefasst und es übernimmt zudem diverse Querschnittsaktivitäten für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Im EUB findet sich auch die „Erstanlaufstelle zum Forschungsrahmenprogramm“, mit der Hotline für Antragstellende. EU-Büro des BMBF Hotline für Antragstellende: |
Neben den Nationalen Kontaktstellen gibt es in Deutschland auch noch weitere Einrichtungen, die das Netzwerk der Beratungsstrukturen komplettieren.
An den deutschen Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen gibt es immer auch Ansprechpartner/innen, die Hilfesuchende aus ihren jeweiligen Einrichtungen bei der Beantragung von Fördermitteln sowie bei der Durchführung von Projekten unterstützen.
Die genauen Bezeichnungen dieser Anlaufstellen können von Einrichtung zu Einrichtung variieren, im Allgemeinen sind sie jedoch als „EU-Referent/innen“ bekannt. Diese Ansprechpartner/innen betreuen Anfragen zum gesamten Europäischen Forschungsrahmenprogramm sowie oft auch noch zu anderen Fördermöglichkeiten der EU. Entsprechend dieses breiten Themenspektrums sind sie ideale Anlaufstellen für eine erste Sondierung Ihrer Projektidee. Bei Detailfragen wenden sich die EU-Referent/innen dann – oft gemeinsam mit den Antragstellenden ihrer Einrichtung – an die thematisch zuständige NKS. Durch diese Kooperation zwischen EU-Referent/innen und NKS kann eine optimale Beratungsleistung angeboten werden.
Während die NKS aufgrund ihrer inhaltlichen Fokussierung auf das Thema ihres Zuständigkeitsbereiches die besten Ansprechpartner/innen für inhaltliche Detailfragen sind, sollten Antragstellende im eigenen Interesse die für sie ggf. zuständigen EU-Referent/innen frühzeitig über ihre Absichten zu einer Antragstellung informieren, da diese bei vielen administrativen Fragen eine unersetzliche Hilfe sind. Das Netzwerk der EU-Referent/innen tauscht sich über den „Bundesweiten Arbeitskreis der EU-Referenten an Hochschulen in Deutschland - BAK“ aus. Auf der Internetseite des BAK finden sich auch Informationen zu den Ansprechpartner/innen auf lokaler oder regionaler Ebene.
Internetadresse: www.ruhr-uni-bochum.de/bak
Die Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten für eine Projektidee beginnt in der Regel mit einer Recherche über das Internet. Auf nationaler Ebene bietet das Deutsche Portal zum Forschungsrahmenprogramm – als primäre virtuelle Anlaufstelle – eine gute Einstiegsmöglichkeit für alle Recherchen rund um das 7. FRP.
www.forschungsrahmenprogramm.de
Das Portal enthält sowohl Einstiegsinformationen als auch alle vertiefenden Texte zu allen Aspekten des neuen Rahmenprogramms. Sie finden hier zudem die stets aktuellste Übersicht aller NKS sowie Verlinkungen zu den Internetseiten der einzelnen thematischen Bereiche.
In dieser Broschüre finden Sie zu den einzelnen Thematiken immer auch Verweise zu den entsprechenden Unterseiten des Portals.
Eine Internetadresse, an der im Rahmen einer Antragstellung im Forschungsrahmenprogramm kein Weg vorbei führt, ist die Adresse des CORDIS-Servers. CORDIS (Community Research and Development Information Service) ist der kostenlose Forschungs- und Informationsdienst der Europäischen Kommission, den Sie als wichtige Informationsquelle zu den Forschungs- und Entwicklungsprogrammen der EU kennen und nutzen sollten. Der CORDIS-Server ist im Rahmen der Antragstellung von besonderer Bedeutung, da über ihn alle Antragsunterlagen zu den verschiedenen Ausschreibungen des 7. FRP gefunden und herunterladen werden können und über diese Seite auch der Zugang zum elektronischen Einreichungssystem (EPSS) ermöglicht wird.
CORDIS enthält zudem eine Reihe von Datenbanken, die bei der Antragstellung eine zusätzliche Hilfe sein können. Dazu gehören die Übersichten erfolgreicher Projekte (mit Informationen zu Projektpartnern, -inhalten und Budgetumfang) ebenso wie Jahreslisten von Gutachter/innen und natürlich die vielfältigen Nachrichtendienste.
Eine weitere virtuelle Informationsquelle ist der Europa-Server, auf dem sich die Europäische Kommission mit all ihren Tätigkeitsbereichen, zu denen (als Teil des Bereichs „Forschung und Innovation“) auch die Forschung gehört, vorstellt. Ist die Suche nach Fördermöglichkeiten für eine spezielle Projektidee im 7. FRP nicht erfolgreich, lohnt sich eine Recherche in den anderen Tätigkeitsbereichen der Kommission über diesen Server.
Unterseite des Europa-Servers zum Thema „Forschung“: http://ec.europa.eu/research
Häufig haben Universitäten oder Forschungseinrichtungen auch ein eigenes Internetangebot, über das allgemeine Information zur Forschungsförderung von spezifischen Informationen zur eigenen Einrichtung ergänzt werden. Hier finden sich auch Übersichten der relevanten Ansprechpartner/innen vor Ort.
[PDF - 54,9 kB]

(URL: http://www.forschungsrahmenprogramm.de/_media/NKS_Organigramm_7RP.pdf)
(URL: http://www.forschungsrahmenprogramm.de/nks-newsletter.htm)